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Lukys weiße Weste

Mit blütenweißer Weste schließt Lukas Trautmann (Freudenberg-HF-Romero) die erste Saisonhälfte im YAMAHA R6-DUNLOP-CUP ab. Der Salzburger war auch bei regnerischem Wetter auf dem Nürburgring nicht zu schlagen, er siegte vor Manou Antweiler (Bienenbüttel, AC MoTeC Team Bergau) und dem erst 15-jährigen Cup-Rookie Maurice Ullrich (Wörrstadt, Pepe-Tuning/Romero) und feiert mit dem vierten Sieg im vierten Rennen die Halbzeitmeisterschaft.

Die Eifel zeigte sich am Wochenende einmal mehr von ihrer typischen Seite. Pünktlich zum Abschlusstraining am Samstag setzte der Regen ein und die Strecke trocknete bis zum Start am Sonntag-Vormittag nicht mehr ab. Wet Race war angesagt und trotz erster trockener Stellen auf der Ideallinie entschied sich das gesamte Fahrerfeld richtigerweise für Regenreifen.

Schwierige Bedingungen für die 33 Starter, mit denen erneut Lukas Trautmann am besten klar kam. Manou Antweiler gewann den Start, doch schon in Runde zwei übernahm der 18-jährige Meisterschaftsleader das Kommando. "Die Ideallinie wurde von Runde zu Runde trockener, man musste allerdings höchst konzentriert sein, dass man die Spur sauber erwischt. Die Verfolger waren das ganze Rennen über hartnäckig an meinem Hinterrad. In den letzten beiden Runden habe ich noch einmal gepusht, dabei konsequent die schnelle Linie abgedeckt und so keine Chance zum Überholen gegeben", schilderte Trautmann sein cleveres Rennen.

Diese Absicht hatten im Laufe des Rennens gleich mehrere Kollegen. Gian Mertens (BEL-Steenhuffel, Schüller Racing Team), Adrian Pasek (POL-Komorów, AC MoTeC), Maurice Ullrich und Manou Antweiler wechselten sich auf der zweiten Position ab, doch letztlich gelang keinem das entscheidende Überholmanöver.

"In der letzten Runde habe ich's noch einmal probiert, aber mein Hinterreifen war schon total fertig", verriet Manou Antweiler. "Schade, halb nass halb trockenen, das sind genau meine Bedingungen, denn ich mag das driften. Mein Start war Bombe, zwischendurch hat mein Visier beschlagen, denn ich hatte vergessen den Belüftungsschlitz zu öffnen. In der Hatzenbach hatte ich einen üblen Slide bei über 200 km/h, da dachte ich schon, das war's." Platz zwei im zweiten Rennen für den Mann, der vor einer Woche in Oschersleben sein Cup-Comeback gegeben hatte und sich nun auf Schleiz freut, wo sein 2012 aufgestellter Rundenrekord nach wie vor Bestand hat.

Mit Maurice Ullrich präsentierte sich ein ganz neues Gesicht auf dem Cup-Podium. Vor vier Wochen 15 Jahre jung geworden, gab der Wörrstadter bei diesen extrem schwierigen Verhältnissen eine erstaunlich abgeklärte Vorstellung. "Ich habe mich anfangs zurückgehalten und mir erst einmal angesehen, was geht. Danach kam ich recht zügig vor bis auf Platz zwei. Als Luky forcierte, hatte ich in der schnellen Rechts einen heftigen Rutscher, dabei schlüpfte Manou vorbei. Ich konnte zwar wieder aufschließen, wollte aber mein erstes Podium nicht mehr riskieren."

Sein bislang bestes Resultat durfte auch Adrian Pasek vermelden, der ebenfalls seine erste Cup-Saison bestreitet: "Am Anfang lief es super, ich konnte bis auf zwei vorfahren. Dann habe ich einen kleinen Fehler gemacht und dadurch den Kontakt zum Führungstrio verloren. Trotzdem, mit Platz vier bin ich voll zufrieden", freute sich der 22-jährige Pole.

Gian Mertens hatte in den ersten Runden auf Platz zwei gelegen. "Ich hätte mir gewünscht, dass es richtig nass bleibt. Als mich Adrian und Manou überholt hatten, habe ich leider den Anschluss verloren. Ich konnte zwar die gleichen Zeiten fahren, aber die Lücke nicht mehr schließen."

Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr stand Max Fritzsch (Claußnitz, Freudenberg ADAC Sachsen-LZ-Mierisch) auf der Pole Position. Der 17-jährige Sachse hatte im trockenen ersten Qualifying die 2012 von Niki Tuuli aufgestellte Bestzeit um satte 7/10 Sekunden unterboten, doch mit dem Sieg hatte er diesmal nichts zu tun. "Beim Start drehte mein Hinterrad extrem durch und ich bin erst als Neunter eingebogen. Ich bin bei solch halbnassen Verhältnissen bislang noch nie gefahren und zunächst wusste keiner so richtig, wo das Limit ist. Vermutlich war ich anfangs zu vorsichtig, dadurch ist der Zug vorne ohne mich abgefahren", räumte Fritzsch, der schließlich als Sechster ins Ziel kam, ehrlich ein.

"Ein Wahnsinnsrennen", jubelte Rafael Neuner (AUT-Karrösten, Motorrrad Bayer) nach seinem siebten Platz begeistert. "Mein bislang bestes Ergebnis, dabei bin ich bis gestern noch nie mit der R6 im Regen gefahren. Ich hatte einen super Start und konnte mich eine Zeitlang sogar auf Platz fünf behaupten.

Reto Wiederkehr (Steffisburg, Moto-Star Romero) wurde in der Startaufstellung mit einem japanischen Grid Girl überrascht. Die hübsche junge Dame hatte Takumi Endo mitgebracht, der 2009 und 2010 als erster Japaner den Cup bestritt und am Sonntag überraschend zu Besuch kam. Prompt lieferte der Schweizer sein, wie er meinte, bestes Rennen: "Regen mag ich. In der ersten Runde war ich gleich Sechster und konnte mich recht lange hinter der Führungsgruppe halten. Am Ende habe ich die Kiste dann ruhig auf Platz acht nach Hause gefahren. Danke auch an Diego Romero und Willes, die mir toll geholfen haben, weil ich alleine hier war."

Zu den Fahrern, die den Regen weniger mögen, gehört bekannterweise Dominik Engelen (Leverkusen, Schüller Racing Team): "Gestern habe ich ein wenig gepokert und bin im Regentraining nicht rausgefahren. Das ist nach wie vor nicht mein Ding, zudem wollte ich nichts kaputt machen. Als es heute im Rennen immer mehr abtrocknete, konnte ich wenigstens noch ein paar Plätze gutmachen und Punkte mitnehmen", begründete der Titelverteidiger seinen neunten Platz.

Ebenfalls gepokert hatte Thomas Eder (Falkenberg, LSRT / Zweirad Geier), aber er im Rennen: "Ich bin mit gebrauchten Regenreifen gefahren, davon hatte ich mir einen Vorteil erhofft. Der Asphalt hat aber dann doch mehr abgetrocknet, als ich dachte und die Reifen haben entsprechend schneller abgebaut." Immerhin: mit Platz zehn erzielte der 29-jährige Bayer das bislang beste Resultat seiner ersten Cup-Saison.

Davon hat Michael Götz (Hadamar) bereits neun absolviert, die letzte 2009. In dieser Zeit sammelte er 650 Punkte, wohl ein Rekord für die Ewigkeit. Dass er noch nichts verlernt hat, bewies der inzwischen 42-jährige Hesse bei seinem Gaststart mit der schnellsten Zeit im Regentraining. Im Rennen kam Götzi als Elfter ins Ziel: "Schade, dass es nicht richtig geregnet hat, sonst hätte ich mir noch mehr ausgerechnet. Aber es hat riesig Spaß gemacht und ich hätte richtig Lust, dieses Jahr noch ein weiteres Rennen zu fahren."

Da er als Gaststarter keine Punkte erhält, wurde Andreas Klambauer (AUT-Tragwein, AC Motec Team Klambauer) als Elfter gewertet, was ihn freilich nicht so richtig zufrieden stellte: "Seit dem letzten Sturz, fehlt mir der Biss." Den zeigte Thomas Müller (Karlstadt, BCC/Reinecke) auf Platz zwölf: "Ich musste wegen meiner Knieprobleme Oschersleben auslassen, deshalb wollte ich hier unbedingt starten. Cup-Physio Fritz Heuser hat mich das ganze Wochenende behandelt, so ging's im Rennen ganz gut, erst beim Absteigen habe ich die Schmerzen wieder realisiert."

Dahinter kam Routinier Daniel Bergauf (Berlin, Team Bergau/Zweirad Nöbel) ins Ziel: "Ich hätte mir richtig Regen gewünscht, dann wäre sicher mehr gegangen. So freue ich mich für Manou, den wir in unser Team aufgenommen haben und unterstützen." Zwei Punkte war die ungewohnt magere Ausbeute von Roman Fischer (Elsau, BCC Racing Team / Zweirad Meggle). Der 18-jährige Schweizer, in diesem Jahr schon zwei Mal am Podest, bleibt damit zwar Tabellenzweiter, doch sein Vorsprung schrumpfte auf einen einzigen Punkt.

Seinen ersten sicherte sich Kenny Bourguignon (Grand Halleux, Schüller Racing Team), doch richtig freuen konnte er sich darüber nicht. "Ich musste von hinten starten, da mein Team angeblich zu lange am Motorrad gearbeitet hatte. Aber das war ein ganz anderer Fahrer, es wurden wohl die Startnummern verwechselt", ärgerte sich der Belgier verständlicherweise.

"Kenny hat vermutlich Recht, aber er hat den Irrtum letztlich sehr sportlich hingenommen. Wir alle machen Fehler, die meisten aber zweifellos die Fahrer, das hat er akzeptiert", schmunzelt Cup-Koordinator Thomas Kohler, der von seiner 2014er Truppe begeistert ist: "Nur drei Stürze bei diesen extrem schwierigen Bedingungen und die sind glücklicherweise alle glimpflich verlaufen. Das fahrerische Niveau, aber auch die Disziplin und die Fairness auf der Strecke ist bemerkenswert", lautet seine positive Halbzeitbilanz. In drei Wochen beginnt in Schleiz Teil zwei der 37. Cup-Saison.

Meisterschaftsstand nach 4 von 8 Rennen: 1. Lukas Trautmann (100 Punkte), 2. Roman Fischer (51) 3. Max Fritzsch (50), 4. Dominik Engelen (49), 5. Maurice Ullrich (47), 6. Gian Mertens (44), 7. Adrian Pasek (42), 8. Andreas Klambauer (29), 9. Manou Antweiler (28), 10. Daniel Bergau (26)


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www.yamaha-cup.de


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